Gut leben mit Hochbegabung bei Jugendlichen!

 

Über mich (in Kurzform)

Ich bin ausgebildete Gymnasiallehrerin (mit Erstem und Zweitem Staatsexamen) für die Fächer Biologie, Chemie und Französisch. Ich habe diese Fächer an Gymnasium, Integrierter Gesamtschule, Krankenpflegeschule und Fachschule für Sozialpädagogik unterrichtet.

In Lehraufträgen an Fachhochschulen und Universitäten gab ich mein Wissen im Bereich der Naturwissenschaften und der Naturwissenschaftsdidaktik an angehende medizinische Dokumentare, Realschullehrer und Sonderpädagogen weiter.

Weitere Aus- und Weiterbildungen folgen der Übersichtlichkeit halber als Auflistung:

  • B.A.F.A. (Französisches Jugendleiterdiplom)
  • Weiterbildendes Fernstudium "Umweltingenieurwesen/Gewässerschutz (Universität Braunschweig)
  • Gordon-Familientraining (Akademie für personzentrierte Psychologie GmbH-Gordon Deutschland Bonn)
  • Montessoridiplom (Institut für ganzheitliches Lernen, Tegernsee)
  • Gruppendolmetscher in deutsch-französischen Begegnungen (Deutsch-französisches Jugendwerk)
  • ECHA-Coach "Specialist in Coaching the Gifted" (Internationales Centrum für Begabungsforschung an der Universität Münster)
  • Qualifikation als ProfilPASS-Beraterin (Beratungspraxis Lebensnah, Oebisfelde)

Neben meinen Veröffentlichungen und Vorträgen sind begabte Kinder und Jugendliche sowie ihre Bezugspersonen mein aktuelles Arbeitsfeld.

Ich bin Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind, Mentorin bei CyberMentor zur MINT-Förderung von Mädchen und aktives Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Ich bin verheiratet, Mutter von zwei hochbegabten Söhnen und wohne mit meiner Familie in Hannover.

Meine Aktivitäten zur Begabungsförderung von Jugendlichen in Schule, Familie und Freizeit

2016

Meine Aktivitäten zur Begabungsförderung von Jugendlichen in unterschiedlichen Handlungsfeldern können Sie hier nachlesen.

2015

Meine Aktivitäten zur Begabungsförderung von Jugendlichen in unterschiedlichen Handlungsfeldern können Sie hier nachlesen.

Meine Gedanken zum „Lernen von Kindern“ und meine persönlichen Erfahrungen damit

Das Thema „Lernen und Unterricht“ hat mich bereits während meiner eigenen Schulzeit sehr beschäftigt.

Aufgrund von eigener Langeweile im Unterricht machte ich mir Gedanken darüber, wie man die Zeit in der Schule auch für schnellere und „bessere“ Schüler (wie ich sie damals nannte) interessant gestalten könnte. Maßnahmen wie im Mathematikunterricht der Mittelstufe des Gymnasiums, in dem wir nach Beendigung unserer Einzelaufgaben hinten im Klassenraum leise Karten spielen durften, waren für uns als Schüler sehr angenehm. Aber sollte man die Zeit, die man ohnehin in der Schule verbringen musste, nicht effektiver nutzen? An unserer Schule gab es damals die Möglichkeit, in der 11. Klasse Russisch als zusätzliche Fremdsprache zu erlernen. Meine Lösungsansätze gingen dahin, leistungsstarken Schülern die Teilnahme am Russischunterricht zu ermöglichen. Für die restliche Klasse wäre dann ein Üben und Wiederholen im regulären Unterricht möglich. Damals habe ich meine Überlegungen niemandem offenbart. Heute werden ähnliche Maßnahmen als „Enrichment“ in der Förderung hochbegabter Schüler eingesetzt.

Bereits als Schülerin war ich sehr interessiert an Fremdsprachen und fremden Ländern. Ich lernte Französisch als 3. Fremdsprache ab der 9. Klasse. Französisch wirklich zu sprechen, lernte ich aber erst während eines dreiwöchigen Aufenthalts am Ende der 10. Klasse bei meiner Gastfamilie in Südfrankreich (zu der ich immer noch Kontakt habe). Da ich gerne rede, blieb mir die Wahl, drei Wochen nicht zu kommunizieren oder Französisch sprechen zu lernen. Dass die Gastfamilie sehr nett war und die Umgebung in der Nähe von Cannes mir gut geffiel, tat ihr übriges.

Eine wichtige Inspirationsquelle während meiner Schul- und frühen Studienzeit wurde der deutsch-französische Jugendaustausch. In diesem Rahmen besuchte ich ein französisches Festival für Naturwissenschaften in Toulouse, das berühmte Musikfestival Printemps de Bourges sowie weitere Seminare, die dem Erwerb des französischen Jugendgruppenleiterdiploms B.A.F.A. gewidmet waren. Daraus resultierten persönliche Freundschaften, die teilweise bis heute anhalten. Während der wechselseitigen Besuche kam ich auch in den Genuss, unterschiedliche französische Schulen als Schülerin kennen zu lernen.

Über die Vereinigung europäischer Studenten A.E.G.E.E. verfolgte ich Aktivitäten in Europa und verband z.B. bei zwei Skifreizeiten Skilaufen in Frankreich mit abendlichen Diskussionen zu europäischen Themen. Ich war in meinem Element. Bei diesen Treffen hörte ich auch zum ersten Mal von den Europäischen Schulen. Damit war eine Saat gesät.

In meinem Lehramtsstudium besuchte ich möglichst viele Seminare zur Lehrerausbildung in Europa. Mein Steckenpferd war dabei immer das französische Schulsystem, das mich in diversen Prüfungen begleitete. Ein weiteres wichtiges Prüfungsthema wurde das System der Europäischen Schulen: Ich lernte die Europäische Schule Mol in Belgien durch ein vierwöchiges freiwilliges Praktikum im Studium persönlich kennen. Ich wohnte zwei Wochen bei einer französischen Lehrkraft und zwei Wochen bei einer deutschen. Ich unterrichtete bei beiden Kollegen Biologie, auf Deutsch und auf Französisch. Den Praktikumsplatz hatte ich aufgrund meiner zweisprachigen Bewerbung auf Deutsch und auf Französisch an den italienischen Schulleiter bekommen. Französisch war die Sprache, in der wir uns verständigen konnten. Ansonsten dominierte Niederländisch als weitere Sprache an der Schule.

Neben meinem Unterricht und den Hospitationen in der weiterführenden Schule hospitierte ich auch im Kindergarten und in der Grundschule. Die Kinder lernten von der 1. Klasse an spielerisch eine erste Fremdsprache. Der Fremdsprachenunterricht im Fach Deutsch wurde dabei z.B. von einer deutschen Lehrerin erteilt. Meine damaligen Erfahrungen mit Fremdsprachenkenntnissen bei Franzosen sprachen nicht unbedingt für die Effektivität des Fremdsprachenunterrichts in Frankreich. Hier an der Europäischen Grundschule erlebte ich einen kleinen Franzosen, der mit seiner Lehrerin ein Würfelspiel spielte und sich dabei mühelos und entspannt mit ihr auf Deutsch unterhielt. Ich glaube, dies war der Moment, an dem ich mich für die Idee des Bilingualen Lernens begeisterte.

Ich informierte mich über den bilingualen Unterricht in Deutschland und über die Ausbildung von Lehrern, die diesen Unterricht erteilten. In Niedersachsen wurde zu diesem Zeitpunkt bilingualer Unterricht nur in der Fremdsprache Englisch angeboten (mit Ausnahme einer Schule in Osnabrück mit Französisch als Unterrichtssprache). Lehrer, die diesen Unterricht erteilten, hatten sowohl die Lehrbefähigung für das Unterrichtsfach wie auch für die jeweilige Unterrichtssprache. Diese Erkenntnisse führten dazu, dass ich mich im vorletzten Studiensemester parallel zu meiner Staatsexamensarbeit in Chemie an der Leibniz Universität Hannover für Französisch als drittes Unterrichtsfach einschrieb.

Insgesamt empfand ich das Lernen im Studium als sehr angenehm, weil es mir selbst überlassen blieb, wie ich mir das theoretische Wissen aneignete. Statt Vorlesungen zu besuchen, lernte ich besser in meinem eigenen Rhythmus aus Büchern.

Im Referendariat in Braunschweig unterrichtete ich ein Jahr lang eigenverantwortlich eine 7. Klasse in Biologie. Ich merkte bald, dass ich es mit einer sehr leistungsstarken Klasse zu tun hatte. Die im schuleigenen Lehrplan vorgesehenen Themen (u.a. Pflanzen, Wirbeltierklassen und Wirbellose wie Insekten) waren für meine Schüler keine Herausforderung. Um die Schüler trotzdem zu aktivieren und herauszufordern, wählte ich die Methode Lernen durch Lehren, die ich gerade im Fachseminar Französisch kennen gelernt hatte. Bei dieser Methode übernehmen Schüler selbst kleine Unterrichtssequenzen und schlüpfen in die Rolle des Lehrers. Meine Schüler nahmen plötzlich wieder aktiv und interessiert am Unterricht teil: sie waren noch zu viel mehr fähig, als ich ihnen ohnehin schon zugetraut hatte. Jetzt gab es auch einen Rahmen, in dem sie ihr Interesse und Können in eigener Verantwortung zeigen konnten! Mein Pädagogikfachleiter besuchte uns und war begeistert; mein Biologiefachleiter wollte leider nicht kommen, da er lieber mich und nicht die Schüler aktiv im Unterricht erleben wollte.

Ich hatte in Erfahrung gebracht, dass es in Braunschweig eine Schule mit bilingualem Unterricht in Englisch gab. Nach Rücksprache mit meinem Studienseminar wurde mir erlaubt, Teile meiner Biologiehospitationsstunden im bilingualen Unterricht an dieser Schule abzuleisten und darüber hinaus im bilingualen Unterricht in der Sekundarstufe II an einem Gymnasium in Hannover zu hospitieren. Die Stunden, die ich dort jeweils sah, haben mich in meiner positiven Einschätzung der Möglichkeiten bilingualen Unterrichts bestätigt. Mittlerweile gibt es am Studienseminar Braunschweig die offfizielle Möglichkeit zur Erlangung einer Zusatzqualifikation für bilingualen Unterricht.

Meine erste Stelle nach dem Referendariat führte mich an eine Integrierte Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen. Nach meinen Erfahrungen an einem humanistischen Gymnasium im Referendariat war ich neugierig auf andere pädagogische Arbeitsweisen an einer Integrierten Gesamtschule. Neben Erfahrungen wie der sehr kompetenten und effektiven Moderation von Konferenzen durch unseren Schulleiter -den wir alle duzten- lernte ich auch Maßnahmen kennen, die ich für veraltet hielt und die ich nicht an einer IGS erwartet hätte wie Strafarbeiten und Nachsitzen. Ich sah auch strukturelle Probleme, wie Schüler, die durch äußere Differenzierung in Grund- und Erweiterungskurse und durch die Wahl unterschiedlicher Wahlpflichtbereiche kaum Unterricht beim Klassenlehrerteam hatten. Insgesamt überzeugte mich das an dieser Schule gelebte Unterrichtskonzept ebenso wenig wie jenes, das ich im Referendariat kennen lernte.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits vielfältige Erfahrungen gemacht mit dem Thema „Lernen und Unterricht“ und durch eigene Versuche Wege zu in meinen Augen positivem Lernen gefunden.

Durch meine eigenen Kinder erhielt ich einen noch intensiveren Blick auf Kinder und ihr Erkunden und Lernen. Ich war fasziniert und beeindruckt, mit welcher Ausdauer und Intensität sich schon kleine Kinder mit selbst gestellten Aufgaben beschäftigen können.

In einem Frankreichurlaub stieß ich auf ein Buch, das mich zunächst durch das Foto auf dem Cover ansprach: ein fröhlicher Vater mit seinem zufriedenen kleinen Sohn. Das französischsprachige Buch beschäftigte sich mit der Arbeit der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler, die sich in ihrer Kleinkindpädagogik u.a. mit der freien Bewegungsentwicklung, mit der positiven Gestaltung von Pflegehandlungen und mit einer adäquaten vorbereiteten Umgebung für Kleinkinder beschäftigte. Die Arbeit von Emmi Pikler war für längere Zeit wegweisend für mich. Als ich dieses Buch in einem französischen Supermarkt entdeckte, war mein Sohn schon zwei Jahre alt. Ich bedauerte dies, hätte ich doch bei Kenntnis der Pikler´schen Arbeit bereits zur Geburt des ersten Kindes manches anders gemacht und wäre mit vielen Situationen entspannter umgegangen. Dafür kam mein zweiter Sohn dann von Anfang an in den Genuss meiner Beschäftigung mit der Kleinkindpädagogik Emmi Piklers. Als er ein Jahr alt war, gründete ich eine Spielgruppe, die sich an der Pädagogik Emmi Piklers orientierte. Außerdem beschäftigte ich mich intensiv mit weiteren Pädagogen (u.a. Pestalozzi, Fröbel, Piaget) und Hirnforschern (Singer, Spitzer, Hüther). Ich besuchte Seminare bei Anna Tardos, der Tochter von Emmi Pikler, die ihre Arbeit weiterführt. Ich wurde auf die Bücher von Mauricio und Rebecca Wild aufmerksam und besuchte ein Seminar bei ihnen.

Außerdem beschäftigte ich mich angeregt durch meinen älteren Sohn intensiv mit dem Thema Hochbegabung. Durch die Wilds und über die Hochbegabung kam ich zur Montessoripädagogik. Je mehr ich darüber las, desto begeisterter war ich. Kontakte zu verschiedenen Schulinitiativen und Besichtigungen im Frankfurter Raum führten mich zu meiner Montessoriausbildung bei Claus Kaul. Ich hatte das Gefühl, endlich angekommen zu sein, endlich eine Antwort auf meine Frage, wie lernen Kinder gut und richtig, zu erhalten!

Nach dem Umzug nach Hannover eröffnete sich die Möglichkeit, im Kindergarten meines jüngeren Sohnes das Projekt „Forschen und Experimentieren“ zu leiten. Das führte mich zum Thema „Naturwissenschaften im Kindergarten“: Ich stellte fest, dass sich die vorhandenen Konzeptionen am traditionellen Naturwissenschaftsunterricht für die Sekundarstufe I orientieren, indem sie z.B. viel Wert auf Hypothesenbildung legen. Meine Beobachtungen von kleinen Kindern sowohl im Krippen- als auch im Kindergartenalter zeigten allerdings, dass sie (erst) bei selbst gestellten Aufgaben konzentriert anfangen zu arbeiten:

  • Beispielsweise wollten mir einige Kinder nach den angeleiteten Versuchen beim Abwaschen helfen und experimentierten dabei weiter mit Wasser, Öl, Seifenschaum und Abwaschbürsten.
  • Beim Sommerfest konnten die Kinder einzeln verschiedene Gegenstände in eine Schüssel mit Wasser legen. Ziel sollte die Untersuchung sein, ob der Gegenstand schwimmt oder sinkt. Viele Mädchen legten stattdessen ästhetisch schöne Muster auf die Wasseroberfläche, viele Jungen machten gemeinsam einen Wettbewerb mit schwimmenden Materialien, die sie beluden und so zum Kentern/Sinken brachten.

Diese Beobachtungen ließ ich einfließen in meine Konzeption Kita-Curriculum Naturwissenschaften im Jahreslauf, die ich für Erzieherinnenfortbildungen entwickelte. Prinzipien der Montessoripädagogik sind auch wegweisend für meine Materialien zum Thema Chemie für Kindergarten und Schule.

Ein weiterer wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist die Inklusion (auch gerade von Hochbegabten mit und ohne Teilleistungsstörungen). Durch meine eigene familiäre Situation (Hochbegabung in Kombination mit auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung) bin ich für dieses Thema besonders sensibilisiert. Auch in diesem Zusammenhang halte ich die vorbereitete Umgebung für den geeigneten Rahmen für die verschiedenen Lernwege der Kinder.